Freitag, 18. Oktober 2013

Warning - Watching From A Distance

Anfang 2007, als WARNINGs Zweitwerk "Watching From A Distance" auch in Deutschland zu bekommen war ("offizieller" Release war Mitte Dezember 2006), versuchte ich mich bereits an einem Review. Das klang dann so:


"Warnings Zweitwerk ist eines der besten, erhabensten und schlichtweg brillantesten Doom Metal-Alben aller Zeiten. Punkt. Alle fünf Tracks bewegen sich auf dem selben, unverschämt hohen Niveau (und übrigens auch im selben Tempo...) und begeistern durch die Bank mit unsterblichen Melodien, fantastischen Gitarrenharmonien sowie einem Sänger, der ALLE seine Emotionen in seine Stimme legt - und zwar in einem Maße, wie ich es selten gehört habe. Sicherlich ist Patrick Walkers Stimme fernab jeglicher Perfektion, was aber nie egaler als hier war. Dieser Mann lebt für das, was er tut.
Ich mach es kurz und schmerzlos: "Watching From A Distance" (12:06), "Footprints" (7:31), "Bridges" (11:3), "Faces" (8:31) und "Echoes" (10:16) gehören ohne Zweifel in jede Doom-Sammlung - und eigentlich auch in jede Metalsammlung. Denn wer auch nur in geringstem Maße auf emotionale Musik steht, wird beim Warning-Zweitwerk hier vor lauter Trauer (oder auch vor Glück ob der musikalischen Genialität) vergehen."


 

 Seit Januar 2007, seit fast sechs Jahren also, begleitet mich dieses Album und war ich auch direkt von Anfang an verzaubert so ist doch "Watching..." zu einem Begleiter meines Lebens geworden. Einem Begleiter, der in vielen Stunden, egal ob Sommer oder Winter (bevorzugt natürlich der Herbst) immer irgendwie dabei war. Das mich im Auto ganz woanders hintrug, unter dem Kopfhörer unglaubliche Gänsehautgefühle bescherte, mich, und das schafft Musik längst nicht immer, zu Tränen rührte und deren Texte mich so tief berührten wie es vielleicht eine handvoll weiterer Alben vermögen. "Watching From A Distance" wird auf ewig zu den zehn gefühlvollsten, emotionalsten, trauigsten und irgendwie auch hoffnungsvollsten Stücken Musizierkunst gehören.

Irgendwann, wenn ich alt und verknöchert, nach einem hoffentlich erfüllten Leben, vor meinem Plattenschrank stehe, werde ich mit zittrigen Händen "Watching From A Distance" aus seinem Cover ziehen und in ohrenbetäubender Lautstärke wird das hier erklingen:


I am not feeling the green burning flame,
As I gaze back along footprints you have made.

And I am not dreaming of more than you have shown.
You are not a foundation,
You are not a stone.

 
But I'm afraid of the way that I'm feeling,
Afraid of this new understanding now;
Afraid for the beauty within me,
And that which I hold within my hand.
And this is the ultimate secret
That many before me have ever known.
So capture me while I am weakest
I want to know,
I want to know.

 
Here I am wide open, surrendering to your side;
I have laid down my armour,
I have no sword at my side.
I leave behind me the ruins of the fortress I swore to defend;
I leave behind me foundations;
I'll leave you a man I'll need you to mend.
And through all the battles around me
I never believed I would fight.
Yet here I stand a broken soldier,
Shivering, naked, in your winter light. 



The rest - silence.

(MK)






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