Dienstag, 28. Januar 2014

Metal Inquisitor - Ultima Ratio Regis


Man kann es drehen und wenden wie man will – METAL INQUISITOR zählen seit ihrem Debüt „The Apparition“ zu den besten deutschen Metalbands der 2000er-Jahre. Und, soviel sei verraten, daran ändert auch das vierte Album „Ultima Ratio Regis“ rein gar nichts, denn die Band hat ihren hoffnungslos regressiven Stil nur in Nuancen verfeinert – am Grundrezept ändert man freilich nichts. „Confession Saves Blood“ heißt der Opener und jener benötigt nur wenige Sekunden, um all jene zu beruhigen, die Angst vor Veränderungen haben. Straight, flott und melodiös, vorangetrieben von energetischen Riffs und dem klassischen Gesang von El Rojo, der mittlerweile zu einer der tragenden Säulen des MI-Sounds geworden ist, ist der erste Song direkt der gelungene Auftakt zu einer Scheibe, die erneut ohne wirkliche Schwachpunkte auskommt.

„Burn Them All“ könnte auch von einem bislang unbekannten Demo einer in irgendeiner verstaubten Kiste neu „entdeckten“ NWoBHM-Combo stammen – wer bei dem simplen, aber effektiven Riff still sitzen kann, der kann mit klassischem Heavy Metal auch ansonsten wenig anfangen. „Call The Banners“ ist dann der Hitsong der Platte. Das hier dezent an frühe Running Wild angelehnte Songwriting ist ganz auf den eingängigen Refrain zugeschnitten, den man sich schon nach dem ersten Hören als kommende Livegranate vorstellen kann. „Black Dessert Demon“ (der heißt wirklich so) ist dann einen Tacken schwächer als die vorangegangen Tracks, obwohl auch hier die Gitarren Akzente setzen können. Das nicht mal dreiminütige „Bounded Surface“ (klassischer US Metal), „Death On Demand“ (ein schneller Speed-Kracher), das packende „Self-Denial“, welches mit Galoppelriffing und Früh-Achtziger-Flair punktet oder die Oldschool-Hymne „The Pale Messengers“ sind weitere Spitzensongs, die die Fanklientel mehr als befriedigen wird und die erneut zeigt, wieso unsere Szene auch rückwärtsgerichtete Combos benötigt. Sie sind es nämlich, die uns zeigen, wo die Wurzeln all jener Musik liegen, die wir uns tagtäglich aus den Plattenschränken ziehen: Im klassischen Metal der 1980er (egal auf welcher Seite des Atlantischen Ozeans). METAL INQUISITOR haben ohne Zweifel die Qualität und Klasse, all jene Fans, die noch immer auf die NWoBHM oder eben den frühen US Metal stehen, zu einen. Es bleibt die Hoffnung, dass diese auch schon den Zugang zum Internet gefunden haben. (MK)

Label: Massacre Records
VÖ: 21.02.2014

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